Viele gehen mit Hunden durch die Wiesen, „aber da Kitze keine Witterung haben, riecht der Hund nichts, und man muss schon fast zufällig drauf treten“, sagt der Hegeringleiter im Gespräch mit der Redaktion.
Eine andere Möglichkeit sind Tüten, die man aufstellt. Die flattern dann im Wind, und die Rehe legen ihre Jungen gar nicht erst ab. Außerdem gibt es akustische Vergrämungsmöglichkeiten, die man aufstellen kann. „Wir vom Hegering haben die auch mal an Lohnunternehmen verteilt. Seitdem haben ohnehin viele von ihnen diese vorne am Schlepper“, so Mors.
Aber Landwirte können sich auch an Drohnenflieger wenden. Mit denen arbeitet auch der Hegering Selm regelmäßig zusammen. Mithilfe von Wärmebildkameras werden so die kleinen warmen Körper aufgespürt und dann mit viel Gras in den Händen hochgehoben und unter einen Wäschekorb oder Karton neben der zu mähenden Fläche abgelegt und später wieder freigelassen, sodass das Muttertier das Junge finden kann.
Kitz in Olfen via Drohne gefunden
„Wir überlegen auch, ob wir vom Hegering in Selm irgendwann mal eine Drohne anschaffen“, sagt Heinz-Georg Mors. Aber man müsse auch genügend Leute haben, die dann kurzfristig Zeit haben, wenn der Landwirt mähen möchte.
In Olfen war der Hegering vor kurzem schon früh unterwegs: Die Kitzrettung hat ein Kitz mithilfe der Drohne gefunden. Mit einer solchen Drohne lassen sich auch aus großer Höhe (50 bis 70 Meter) Wärmequellen wie Kaninchen, Hasen und Rehkitze ausfindig machen. Das freiwillige Team aus Helfern und Drohnenfliegern ist für Land- und Pferdewirte gerne Ansprechpartner, wenn es um den Mähdrusch und die Rettung von Wildtieren geht. Im Idealfall meldet man sich drei Tage vor der Mahd.