In Olfen ist die Wildschweinjagd keine Besonderheit, denn sie dient einem ganz bestimmten Zweck.

Von Aileen Kierstein
Olfen . Ein großer Erfolg – so bezeichnet Heinrich Lohmann, Leiter des Hegerings Olfen, die revierübergreifende Drückjagd am vergangenen Samstag. Den Jägern gelang es, insgesamt 22 Wildschweine zu erlegen. Da die Tiere in den deutschen Wäldern kaum natürliche Feinde haben, konnten sie sich im bisher milden Winter stark vermehren. Es sei schwierig, Herr der Lage zu werden, betont Heinrich Lohmann.

Bisher habe man in jedem Jahr ungefähr 40 Tiere erlegen können. Eine Ausnahme bildet das vergangene Jahr, in dem insgesamt 86 Wildschweine der Jagd zum Opfer fielen. Am Samstag wurden im Bereich des Hauses Sandfort 15 Tiere erlegt. Im westlichen Bereich Olfens kamen in den Revieren Sülsen und Kökelsum weitere sieben Wildschweine dazu.

Hegeringsleiter HeinrichLohmann geht davon aus, dass man in diesem Jahr an den Erfolg des vergangenen Jahres anknüpfen werde.

Die intensive Zusammenarbeit der Jäger und Landwirte solle dazu führen, dass gemeinsame Drückjagden bald zum alljährlichen Bild der Stadt gehören, hofft Lohmann.

Jagd als Prävention
Der Hauptgrund für die offizielle Wildschweinjagd findet sich in der unter aus Osteuropa anbahnenden afrikanischen Schweinepest. Die „kann sich mit Gewalt auf das Gebiet ausbreiten“, weiß der Hegeringsleiter. Für den Menschen ist sie ungefährlich, für Tiere jedoch innerhalb weniger Tage tödlich.

Was die Krankheit so gefährlich macht: Selbst wenn das befallene Tier verendet ist, bestehe durch die zurückbleibenden Bakterien noch für weitere 100 Tage die Gefahr einer Ansteckung. Im Extremfall könne der Hof bis zu fünf Jahre keine Schweine mehr halten. „Die Konsequenzen für die Branche sind nicht auszudenken“, sagt Heinrich Lohmann in einem Gespräch mit dieser Redaktion.

Zuspruch von vielen Seiten
Auch der Deutsche Naturschutzbund stehe der Wildschweinjagd recht positiv gegenüber, sagt Uwe Norra vom Naturschutzbund Selm.

Es werde auch von den Schützern allgemein für erforderlich gehalten, etwas gegen die steigende Population zu unternehmen. „Allein aufgrund der hohen Seuchengefahr ist die Bejagung das Beste, was wir unseren Schweinen antun können“, erklärt Norra. Man solle auf keinen Fall der Natur die Dezimierung der wachsenden Bestände überlassen. Denn bis dahin kann sich die Pest bereits auf die bäuerlichen Schweinebetriebe ausweiten.

In diesem Punkt sind sich der Jäger und der Naturschützer einig: Die offizielle Drückjagd auf Wildschweine bleibt also für beide Seiten eine wichtige und verantwortungsvolle Aufgabe für die Zukunft.